Ammersee

Der Ammersee ist vor ca. 15 000 Jahren entstanden am Ende der letzten Eiszeit.

Er hat eine Fläche von 48 qkm und ist maximal 83 m tief. Hauptzufluss ist die aus dem Ammergebirge kommende Ammer. Den einzigen Abfluss bildet die Amper.

Das gesamte "Ammersee-Gebiet" ist ca. 250 km2 groß (von Grafrath im Norden bis Weilheim im Süden und schließt im Osten und Westen die Moränenhügel ein. In diesem Gebiet gibt es 4 Naturschutzgebiete:

- Vogelfreistätte Ammersee Südufer mit 500 ha (Verlandungsflächen, Feucht- /Streuwiesen, Weiden, Erlen)

- das Ampermoos mit 525 ha, ein Niedermoor nördlich des Ammersees

- das Herrschinger Moos mit 109 ha, im Osten des Sees

- das "Seeholz" mit 97 ha mit 65 ha Laubwald (Eichen, Hainbuchen)

 

Die Landschaft südlich des Ammersees (mehr)

Die Schutzgemeinschaft Ammersee betreut mehrere eigene und gepachtete Flächen (mehr)

Brutvögel am Ammersee


Birkhahn

Eisvogel

Gänsesäger



Haubentaucher

Mittelspecht

Schwarzkehlchen


Bisher wurden am Ammersee 302 Vogelarten nachgewiesen, davon 149 Brutvogelarten

 

Häufige Brutvögel:

Haubentaucher, Kormoran, Bläßhuhn, Lachmöwe, Teichrohrsänger, Feldschwirl, Sumpfrohrsänger

 

Abgenommen haben:

Höckerschwan, Bläßhuhn, Kiebitz, Großer Brachvogel

 

Zugenommen haben:

Kormoran, Graugans, Schwarzmilan, Schwarzkehlchen, Schwanengans, Weißkopfmöwe, Hohltaube,

 

Als Brutvogel verschwunden:

Rohrdommel, Zwergdommel, Birkhuhn, Grauammer, Schafstelze

 

Als Brutvogel neu angesiedelt:

Kormoran, Graugans, Kanadagans, Gänsesäger, Schwarzmilan, Schwarzkehlchen, Saatkrähe, Bartmeise, Schwanengans, Schlagschwirl

 

Quelle: Schutzgemeinschaft Ammersee-Süd (Dr. J. Strehlow),

Wintergäste am Ammersee

Viele Wasservögel kommen aus Norddeutschland, vor allem aber aus Nordeuropa, zum Überwintern an den Ammersee. Die häufigsten Arten:

Stockente, Tafelente, Reiherente, Schellente, Blässhuhn,

aber auch Graugans, Kormoran, Zwergsäger

Durchzügler am Ammersee

Durchzügler (Maximalzahlen seit 1966)

Bergfink ca.100.000, Rauchschwalbe 20.000, Reiherente 17.138, Star 15.000, Saatkrähe 6.000, Lachmöwe 5.000, Stockente 4.612, Feldlerche 3.500, Mehlschwalbe 3.000, Kiebitz 1.757, Schellente 1.690, Haubentaucher 1.440, Mauersegler 1.000, Wacholderdrossel 1.000, Kolbenente, Krickente, Kampfläufer

insgesamt 153 Arten

Seltene Arten

u.a. Säbelschnäbler, Silberreiher, Seidenreiher, Purpurreiher, Eiderente, Uferschnepfe, Odinshühnchen, Steppenflughuhn, Wiedehopf, Schwarzstirnwürger, Bienenfresser

Wasservogelzählungen

Seit 1966 werden von September bis April monatlich die Wasservögel gezählt, zu den international festgelegten Terminen. Seit einigen Jahren werden die Zahlen über das ganze Jahr ermittelt. Die Vogelzahlen schwanken im Lauf des Jahres erheblich. Die wenigsten Vögel gibt es im Sommer, die meisten Vögel im Winter, siehe Diagramm rechts (Quelle: Schutzgemeinschaft Ammersee-Süd e.V., Jahresbericht 2007, Dr. J. Strehlow).

 

Auch die Zahlen von Jahr zu Jahr sind unterschiedlich, 1968 zählte man 34 350 Wasservögel, im Jahr 1996/97 waren es nur 7 537 (siehe Diagramm links).

 

Von 32 Gastvogelarten nahmen 15 Arten zu, nur 3 Arten nahmen ab. Abgenommen haben vor allem die Massenvogelarten Reiherente und Bläßhuhn sowie Höckerschwan, Krickente und Stockente. Diese Abnahme ist sicherlich zu einem Teil der Änderung der Wasser-qualität zuzuschreiben, bedingt durch die Ringkanalisation und die Phosphorverminderung.

 

Die Fischfresser Haubentaucher, Kormoran und Gänsesäger durchliefen Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre ein Maximum, was auf eine Zu- und Abnahme der Fischbestände hinweist.

Bei Betrachtung aller Daten wird aber klar, dass das Ökosystem Ammersee sehr komplex ist und keine einfachen Zusammenhänge anzugeben sind, die auf alle Arten passen. Die Zunahme von 15 Arten ist nicht Ammersee-spezifisch, sondern Folge allgemeiner Trends in Mitteleuropa.

Quelle: 20 Jahre Schutzgemeinschaft Ammersee-Süd e.V. und

Dr. J. Strehlow: Trend ausgewählter Brutvogelarten/ Gastvögel (Anz. orn. Ges. Bayern)

 

Aktuelle Vogelbeobachtungen in Bayern

siehe Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oberbayern