Ein voller Erfolg: Global Climate March auf der Leopoldstraße in München

Fossil Free München und seine Partner bringen 1000 Menschen aus ganz Bayern für den Klimaschutz auf die Straße

Trotz widriger Umstände mit Wind, Regen und Kälte hat sich zum ClimateMarch München eine beachtliche Menschenmenge zusammengefunden. Nie zuvor sind so viele Menschen in München für den Klimaschutz auf die Straße gegangen! Das ist ein klares Signal dafür, wie wichtig den Menschen in München und ganz Bayern der Klimaschutz ist! Und niemals zuvor war es so dringlich; ein eindrucksvolles Zeichen zu setzen. Denn heute, am 30.11., beginnen die Klimaverhandlungen in Paris. Dort werden Entscheidungen getroffen, die wesentlichen Einfluss auf unser aller Zukunft haben werden.

Der Marsch begann an der Müncner Freiheit
Der Marsch begann an der Müncner Freiheit

Eingestimmt wurden die Demonstranten an der Münchner Freiheit mit Musik, die den langen Zug bis zum Odeonsplatz begleitete. Dort fand eine Kundgebung statt, bei der verschiedene Redner unterschiedliche Aspekte des Klimaschutzes ansprachen. So wies Prof. Martin Dameris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Ramfahrt darauf hin, dass die globale Temperatur heute schon um 1 Grad angestiegen ist. Die Temperatur könnte - falls wir nicht sofort drastisch unsere Emissionen reduzieren, innerhalb dieses Jahrhunderts um mindestens 4⁰C ansteigen. Ein solcher Anstieg entspräche dem Temperatur-Unterschied zwischen einer Eis – und einer Warmzeit, erklärte Dr. Maiken Winter. Und dieser Unterschied wird innerhalb von Jahrzehnten, nicht innerhalb von Jahrtausenden erfolgen. Die Folgen davon wären katastrophal. Der 12-jährige Benedikt von „Plant for the Planet“ wies darauf hin, dass diese Auswirkungen v.a. die Kinder betreffen werden, die noch das Jahr 2100 erleben werden. Effektive Maßnahmen zum Klimaschutz sind daher auch eine moralische Verpflichtung, um unseren eigenen Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

 

Divest München! Raus aus Kohle, Erdöl und Erdgas!
Divest München! Raus aus Kohle, Erdöl und Erdgas!

Die Demonstranten stellten zwei konkrete Forderungen an die Stadt München:

 

1. Divest München! Alle Investitionen sollen den fossilen Energien entzogen und in ethisch vertretbare Anlagen investiert werden („Divestment“). Diese Forderung präsentierte Matthias Möbius, der Haupt-Organisator des Climate March Münchens und Mitglied von Fossil Free München. Bitte unterschreibt die Petition, dass die Stadt München ihre Geldanlagen fossilen Energien entziehen soll bei der ptition von Fossil Free München online.

 

2. Raus aus der Steinkohle! Das Kohlekraftwerk in Unterföhring soll bis 2022 still gelegt werden. Dazu ruft die ÖDP, zusammen mit über 30 Münchner Organisationen über ein Bürgerbegehren auf. Informationen zum Bürgerbegehren und Unterschriftenlisten zum Ausdrucken sind auf der Webseite der ÖDP München zu finden.

 

Diese Maßnahmen sind dringend notwendig, denn: Es ist weiterhin möglich, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Aber nur, wenn wir sofort und drastisch unsere Emissionen – v.a. der fossilen Industrie – reduzieren.

Prof. Hans-Joachim Schellnhuber, Potsdamer  Institut für Klimafolgenforschung
Prof. Hans-Joachim Schellnhuber, Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung

Am Vorabend der Demonstration äußerte sich Prof. Schellnhuber vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung zu drei Fragen von Fossil Free München:

 

1. Wovor haben Sie am meisten Angst, falls wir nicht die globale Erwärmung unter 2 Grad halten können?

Daß mehrere Kippelemente im Erdsystem unumkehrbar in Bewegung geraten und daß langfristig ein weltweites Klima der Gewalt entsteht, wenn Milliarden Menschen ihre natürlichen Lebensgrundlagen verlieren.

 

2. Was stimmt Sie optimistisch?

Die Versprechen einiger Länder, transformative Maßnahmen einzuleiten, noch mehr aber das Erstarken einer Weltbürgerbewegung für den Klimaschutz. Am wichtigsten ist dabei wohl der Divestment-Gedanke.

 

3. Warum sollte München so schnell wie möglich sein Kohlekraftwerk abstellen und nicht erst nach 2030?

Weil sich der Übergang zur klimafreundlichen Energiversorgung heute schon bewerkstelligen läßt. Und weil München damit demonstrieren könnte, daß die Stadt nicht nur lebenswert ist, sondern daß ihr auch das Leben etwas wert ist.

 

Das bedeutet, München sollte eine Vorreiterrolle einnehmen, und sofort beginnen, seine Gelder aus fossilen Geldanlagen zu ziehen und sich dafür stark machen, sein Steinkohlekraftwerk sobald wie möglich - also zum Jahr 2022 – abzustellen. Dadurch könnte München der Welt zeigen, dass es die Dringlichkeit des Klimawandels erkennt, und bereit und fähig ist, entsprechend zu handeln.

 

Links:

 

Pressemitteilung zum Climate March München
Pressemiteilung_ClimateMarch_Nov29.pdf
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