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Geschafft!

öko-faire Kaffee-Radeltour 2022

23. August - 4. September

Bremerhaven, Oldenburg, Fürstenau, Münster, Marl, Wuppertal, Bonn,
Bad Neuenahr /Ahrweiler, Koblenz, Bingen, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe

Lies mehr dazu unten in unserem Blog!


Was machen wir?

Wissen

Welche Fakten sind wichtig, um über die Enkeltauglichkeit der Menschheit informiert zu sein? Wo findet man vertrauenswürdige Informationen?

Mehr wissen...

 

Unsere Angebote:

Vorträge, Workshops,
Fortbildungen, Tagungen, und  Wanderausstellungen.

Begreifen

Durch eigene Projekte erfahren, welche Themen für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen relevant sind. Dadurch kann man Informationen besser filtern und bewerten.

Mehr begreifen...

 

Unsere Angebote:

anders wandern

Citizen Science Projekte

 

Handeln

Wie kann ich mein Wissen und Begreifen effektiv einsetzen, um meinen Fußabdruck zu minimieren und um mitzuhelfen, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten?

Jetzt handeln...

 

Unsere Angebote:

anders wandern

Wirkshops

Maßnahmen


Ich kenne niemanden, der sich, neben Job und Familie, so effektiv und selbstlos für die Belange unserer Umwelt engagiert - egal ob Workshops und Vorträge für Erwachsene oder tolle Projekte für Kinder!                                                        Angestellte an der TU München

Unser Blog: Winter4Winter

Aus Liebe für den Planeten in den zivilen Ungehorsam

Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

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Wir brauchen zivilen Ungehorsam

Demonstrationen reichen nicht mehr aus. (c) Maiken Winter
Demonstrationen reichen nicht mehr aus. (c) Maiken Winter

Hier das Eröffnungs-Statement von Sarah Lodenhofer beim Gerichtsprozess in München:

 

Bisher hat sich Deutschland bereits um 1,6 Grad erhitzt und wir alle sehen jetzt schon, wie unsere Flüsse austrocknen, wie unsere Wälder brennen und wie jedes Jahr allein in Deutschland tausende Menschen an Hitze sterben. Auch Infektionskrankheiten werden immer wahrscheinlicher und daher ist die Corona Pandemie für meine Generation nur ein Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft noch erwartet.

 

Schon seit Jahren verlieren Menschen im globalen Süden ihre Lebensgrundlage. In Madagaskar Äthiopien, Somalia, Kenia, Nigeria und so vielen weiteren hungern, dürsten und fliehen Menschen, weil wir, die Industriestaaten, die Klimakrise immer weiter antreiben.

 

Seit ich das im Kindesalter verstanden habe, haben mich Schuldgefühle geplagt:

Wie kann ich, wie können wir alle, unseren Wohlstand genießen, wenn wir doch wissen auf wessen Rücken er entstanden ist und dass er durch Ausbeutung aufrechterhalten wird. Auch in meiner Arbeit in der Jugendhilfe bin ich immer wieder auf Kinder getroffen, die wegen der Klimakrise unter Schuldgefühlen und Zukunftsängsten leiden.

 

Unsere ganze Generation plagen wissenschaftlich begründete und gerechtfertigte Ängste: 45% von befragten Jugendlichen in einer Studie der University of Bath gaben an, dass Klimaangst ihren Alltag bestimme; die Hälfte der jungen Frauen haben aus diesem Grund Angst davor, Kinder zu bekommen. Mit aller Kraft habe ich also von klein auf versucht, so wenig Emissionen wie möglich zu verursachen, habe mich eingeschränkt und verzichtet. Bis ich irgendwann verstanden habe, und wir alle müssen das unbedingt verstehen: Egal wie wenig ich verbrauche, es rettet niemanden, solange Konzerne wie RWE immer weiter in fossile Energien investieren.

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Verzweiflung, Wut und Trauer

Luca Thomas im Gespräch mit den Medien nach der Gerichtsverhandlung (c) Maiken Winter
Luca Thomas im Gespräch mit den Medien nach der Gerichtsverhandlung (c) Maiken Winter

Das Statement von Luca Thomas bei der Gerichtsverhandlung in München am 16.9.2022

 

"Viele Menschen halten unsere Aktionen für überzogen, für zu extrem oder sogar für gefährlich. Dabei ist der Status Quo extrem gefährlich und die möglichen negativen Folgen unserer Aktionen stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen negativen Folgen der Klimakatastrophe.

 

Dazu muss man verstehen, in was für einer Welt wir eigentlich leben:

 

Die Klimakatastrophe bedroht schon heute die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen. Beispiele aus letzter Zeit kennen Sie:

  • Die katastrophale Überschwemmung im Ahrtal im Sommer 2021, die 180 Menschen das Leben kostete.
  • Die Dürre in Madagaskar und Ostafrika hat bisher über 500.000 Tote verursacht.
  • Duch Überschwemmungen im April in Südafrika sind über 450 Menschen gestorben.
  • Die Hitzewelle in Europa verursachte diesen Sommer Ernteverluste, ausgetrocknete Böden und schlimme Waldbrände; Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden, in Spanien und Portugal gab es mehr als 1500 Hitzetote.
  • In China gab es diesen Sommer die längste und schlimmste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen; auch hier gibt es Ernteausfälle durch Dürre.
  • Gleichzeitig laufen Kohlekraftwerke auf Hochtouren, weil die Energieproduktion durch Wasserkraft eingebrochen ist.
  • knapp 350 Millionen Menschen in der Sahelzone haben nicht genug zu Essen; diese Hungerkrise wird durch den Klimawandel verschärft.
  • Und natürlich die gigantischen Überschwemmungen in Pakistan, von denen 30 Millionen Menschen betroffen sind.

Wetterextreme gab es zwar schon immer, aber die Steigerung der Frequenz und Stärke ist eindeutig durch den Klimakollaps ausgelöst. Vermeintliche Extremereignisse oder „Jahrhundertsommer“ werden in Zukunft zur Normalität werden. All das passiert schon heute bei „nur“ 1,1° C Erderwärmung und ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Klimakatastrophe, die uns noch bevorsteht.

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Die letzte Etappe: Heidelberg nach Karlsruhe

Ankunft bei der casa comun in Karlsruhe
Ankunft bei der casa comun in Karlsruhe

75 km - 240 Höhenmeter - 10 TeilnehmerInnen

 

Nach knapp 1000 km und 4000 Höhenmeter sind wir heute in Karlsruhe angekommen.  Eine lange,  oft sehr heiße, anstrengende aber insgesamt wunderschöne Tour ist nun zu Ende.  Wie fühlt man sich da?  

Unendlich dankbar für alle Begegnungen unterwegs; für die Gastfreundschaft,  die wir erfahren haben; für  alle Mitradelnden,  ohne deren Hilfe wir das Kaffeeradeln nicht hätten durchführen können; dafür,  dass wir fast ohne Pannen und ohne jegliche Unfälle die Strecke bewältigt haben und für alle KaffeeabnehmerInnen,  die über den Verkauf unseres Segelkaffee diverse Projekte unterstützen.  Ein ganz großes,  herzliches Dankeschön an alle Beteiligten unserer Tour!
Aber auch erschöpft und müde und mit der nagenden Frage: Welcher Einsatz ist effektiv,  um eine globale Klimakatastrophe zu verhindern?  Wie schaffen wir es,  genügend Menschen zum Umdenken und Handeln zu bewegen?  Haben wir über unsere Aktion überhaupt Menschen zu mehr Klimaschutz bewegt? Wir wissen die Antworten dazu nicht.  Aber wir hoffen sehr,  dass wir durch unsere Tour viele Menschen erreicht haben,  und dadurch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten konnten. 
Wie verlief dieser letzte Tourenabschnitt? Meist gemütlich entlang gut ausgebauter Fahrradwege.  Wie fast auf jeder Etappe verliert sich aber immer wieder ein Fahrradweg auf einem Bürgersteig oder ins Nichts - ein Unding für alle FahrradfahrerInnen.  Man stelle sich vor,  eine Bundesstraße würde auf einmal in einen Feldweg übergehen.  Da wäre die Empörung groß.  Uns RadlerInnen passiert das täglich mehrere Male.  Da muss sich noch Vieles bessern,  um Mobilität gerechter für alle VerkehrsteilnehmerInnen zu machen.  
Wie an den Tagen zuvor,  radelten wir wieder an vollkommen ausgetrockneten Maisfeldern vorbei.  Dieses mal stach eines besonders heraus,  weil unmittelbar daneben eine riesige Fläche Rollrasen angepflanzt war,  die in ihrem frischen Grün einen krassen Gegensatz zur allgemeinen Trockenheit gab.  Unglaublich, dass die Bewässerung von Rollrasen in einer Dürrezeit erlaubt ist! 
In Karlsruhe wurden wir sehr herzlich von Martin Gück,  Chairos Europa,  und anderen OrganisatorInnen der casa comun empfangen.  So interessant die Initiative ist, waren wir schon so gesättigt von den vielen Eindrücken unserer Reise, dass wir nur noch bedingt aufnahmefähig für weiteren Austausch waren. Die meisten von uns mussten sowieso bald schon den Zug nach Hause erwischen, der dann leider zum Teil mit erheblichen Verspätungen unsere MitradelerInnen nach Hause brachte. 
Die restlichen 25 kg Roh-Kaffee gingen übrigens an zwei Röstereien in Karlsruhe,  tostino und qkaffee. Danke fürs Mitmachen! 
Die restlichen 4 kg gerösteter Kaffee begleiten uns zurück nach Raisting.  Zum 10-jährigen Jubiläum unseres Vereins werden wir die Packungen meistbietend versteigern, um mit dem Erlös unsere nächsten Projekte zu finanzieren, u. a. einen Ausleihraum in unserem Dorf, Raisting. 
Und nun heisst es erst mal: Zurück zur Arbeit, am Wochenende ausschlafen und dann Vorfreuen auf das nächste Jahr, wenn wir wieder von Hamburg aus starten.
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Der 12. Tag: Von Heppenheim nach Heidelberg

Treffen in Weinheim
Treffen in Weinheim

48,4 km - 440 Höhenmeter - 10 TeilnehmerInnen

 

Ein Tag voller interessanter Eindrücke und spannender Diskussionen unter dem Eindruck der Dringlichkeit. Denn erst heute morgen erreichte uns die Nachricht von den schrecklichen Überschwemmungen in Pakistan. Keine Überraschung. Wir wissen schon lange, was der Klimawandel verursachen wird. Keiner kann sagen wir hätten das nicht gewusst. 

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Weitere Blogeinräge findet ihr hier.


Worauf es ankommt
Ein Text der Kraft gibt.

Für alle die Mitdenken und Mitfühlen und

trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben.


Aus Liebe für den Planeten in den zivilen Ungehorsam

Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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Wir brauchen zivilen Ungehorsam

Demonstrationen reichen nicht mehr aus. (c) Maiken Winter
Demonstrationen reichen nicht mehr aus. (c) Maiken Winter

Hier das Eröffnungs-Statement von Sarah Lodenhofer beim Gerichtsprozess in München:

 

Bisher hat sich Deutschland bereits um 1,6 Grad erhitzt und wir alle sehen jetzt schon, wie unsere Flüsse austrocknen, wie unsere Wälder brennen und wie jedes Jahr allein in Deutschland tausende Menschen an Hitze sterben. Auch Infektionskrankheiten werden immer wahrscheinlicher und daher ist die Corona Pandemie für meine Generation nur ein Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft noch erwartet.

 

Schon seit Jahren verlieren Menschen im globalen Süden ihre Lebensgrundlage. In Madagaskar Äthiopien, Somalia, Kenia, Nigeria und so vielen weiteren hungern, dürsten und fliehen Menschen, weil wir, die Industriestaaten, die Klimakrise immer weiter antreiben.

 

Seit ich das im Kindesalter verstanden habe, haben mich Schuldgefühle geplagt:

Wie kann ich, wie können wir alle, unseren Wohlstand genießen, wenn wir doch wissen auf wessen Rücken er entstanden ist und dass er durch Ausbeutung aufrechterhalten wird. Auch in meiner Arbeit in der Jugendhilfe bin ich immer wieder auf Kinder getroffen, die wegen der Klimakrise unter Schuldgefühlen und Zukunftsängsten leiden.

 

Unsere ganze Generation plagen wissenschaftlich begründete und gerechtfertigte Ängste: 45% von befragten Jugendlichen in einer Studie der University of Bath gaben an, dass Klimaangst ihren Alltag bestimme; die Hälfte der jungen Frauen haben aus diesem Grund Angst davor, Kinder zu bekommen. Mit aller Kraft habe ich also von klein auf versucht, so wenig Emissionen wie möglich zu verursachen, habe mich eingeschränkt und verzichtet. Bis ich irgendwann verstanden habe, und wir alle müssen das unbedingt verstehen: Egal wie wenig ich verbrauche, es rettet niemanden, solange Konzerne wie RWE immer weiter in fossile Energien investieren.

 

 

70 % der Emissionen weltweit werden von nur 100 Unternehmen verursacht. Das zeigt, dass es politische Lösungen braucht, damit diese Wenigen nicht weiter ihren persönlichen Nutzen maximieren können und damit dafür sorgen, dass unsere Zukunft von Krisen, von Naturkatastrophen und bitteren Kriegen um bewohnbares Land und Wasser geprägt sein wird. Wir müssen uns als Zivilgesellschaft gegen diese Ungerechtigkeit stellen.

 

Wenn wir so weiter machen wie bisher, dann erreichen wir 2030 die ersten Klima-Kipppunkte (Anmerkung Winter: Mindestens ein Kipp-Punkt - das Schelzen des arktischen See-Eises - ist schon erreicht). Das bedeutet, dass Ökosysteme, die unser Klima stabilisieren unter der steigenden Hitze kollabieren werden. Damit erhitzt sich die Erde dann wie durch einen riesigen Dominoeffekt immer weiter auf - egal, ob wir dann noch Emissionen verursachen oder nicht - und das um bis zu 6 Grad (Anmerkung Winter: oder mehr; denn das maximum der Erwärmung nach Überschreiten der Kipp-Punkte ist nciht bekannt).

 

Ich will mir schon eine 3 Grad heißere Welt nicht vorstellen, weil ich zu viel Angst davor habe und wenn ich lese, dass wir mit dem aktuellen Kurs locker die 4, vielleicht sogar die 6 Grad erreichen, dann könnte ich direkt los heulen vor Angst und vor Wut . Vor Wut, weil Politiker die Gesellschaft nicht darüber aufklären, in was für eine Katastrophe wir stolpern. Weil sie nicht ihre Pflicht erfüllen und Sofortmaßnahmen ergreifen, um unser Leben zu schützen.

 

Und deswegen braucht es die Zivilgesellschaft, die Courage zeigt und sich für ihre eigene Zukunft und die ihrer Kinder einsetzt. Denn wir sind die letzte Generation, die den Klimakollaps noch aufhalten kann. Dafür reichen Demonstrationen nicht mehr aus. Nachdem Fridays for Future mit Millionen von Menschen demonstriert haben, wurde trotzdem ein verfassungswidriges, weil ungenügenden, Klimaschutzgesetz verabschiedet und der Emissionsausstoß steigt Jahr für Jahr weiter an.

 

Wir brauchen Zivilen Ungehorsam. Die Geschichte zeigt, dass er wirkt: Ohne ihn hätten die Frauen in Großbritannien kein Frauenwahlrecht durchgesetzt und ohne ihn hätten mutige Menschen wie Rosa Parks nicht die Rassentrennung in den USA beendet. Also ja, ich habe mich auf diese Straße gestellt, um Alarm zu schlagen. Um so Aufmerksamkeit auf dieses, für uns alle lebenswichtige Thema zu lenken. Ich finde es richtig, dass ich das gemacht habe und werde, egal, ob ich dafür Repressionen in Kauf nehmen muss, weiter auf die Straße gehen, um unser Recht auf Zukunft einzufordern.

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Verzweiflung, Wut und Trauer

Luca Thomas im Gespräch mit den Medien nach der Gerichtsverhandlung (c) Maiken Winter
Luca Thomas im Gespräch mit den Medien nach der Gerichtsverhandlung (c) Maiken Winter

Das Statement von Luca Thomas bei der Gerichtsverhandlung in München am 16.9.2022

 

"Viele Menschen halten unsere Aktionen für überzogen, für zu extrem oder sogar für gefährlich. Dabei ist der Status Quo extrem gefährlich und die möglichen negativen Folgen unserer Aktionen stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen negativen Folgen der Klimakatastrophe.

 

Dazu muss man verstehen, in was für einer Welt wir eigentlich leben:

 

Die Klimakatastrophe bedroht schon heute die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen. Beispiele aus letzter Zeit kennen Sie:

  • Die katastrophale Überschwemmung im Ahrtal im Sommer 2021, die 180 Menschen das Leben kostete.
  • Die Dürre in Madagaskar und Ostafrika hat bisher über 500.000 Tote verursacht.
  • Duch Überschwemmungen im April in Südafrika sind über 450 Menschen gestorben.
  • Die Hitzewelle in Europa verursachte diesen Sommer Ernteverluste, ausgetrocknete Böden und schlimme Waldbrände; Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden, in Spanien und Portugal gab es mehr als 1500 Hitzetote.
  • In China gab es diesen Sommer die längste und schlimmste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen; auch hier gibt es Ernteausfälle durch Dürre.
  • Gleichzeitig laufen Kohlekraftwerke auf Hochtouren, weil die Energieproduktion durch Wasserkraft eingebrochen ist.
  • knapp 350 Millionen Menschen in der Sahelzone haben nicht genug zu Essen; diese Hungerkrise wird durch den Klimawandel verschärft.
  • Und natürlich die gigantischen Überschwemmungen in Pakistan, von denen 30 Millionen Menschen betroffen sind.

Wetterextreme gab es zwar schon immer, aber die Steigerung der Frequenz und Stärke ist eindeutig durch den Klimakollaps ausgelöst. Vermeintliche Extremereignisse oder „Jahrhundertsommer“ werden in Zukunft zur Normalität werden. All das passiert schon heute bei „nur“ 1,1° C Erderwärmung und ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Klimakatastrophe, die uns noch bevorsteht.

 Klimakrise als Fluchtursache

2021 mussten laut UN Flüchtlingswerk 23,7 Millionen Menschen ihre Heimat aufgrund von Wetterextremen verlassen. Laut Weltbank könnte es bis 2050 weltweit 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben - eine deutliche Verschärfung der Flüchtlingsbewegungen sind also zu erwarten.

 

Flucht erzeugt weitere menschliche Katastrophen: Hunger und Elend für die flüchtenden Menschen und die Gefahr von Gewalt und Nationalismus in den aufnehmenden Ländern. Die Flüchtlingsbewegungen in der Vergangenheit wie z.B. Syrien stimmen da nicht zuversichtlich, dass zukünftige Flüchtlingsströme in noch weit größerem Ausmaß positiv aufgenommen werden.

 

Klimakrise als irreversible Katastrophe

Die Irreversibilität ist der große Unterschied zu anderen Krisen der Menschheitsgeschichte. Bislang war nachträglich immer Entspannung möglich. Entspannung wird es bei der Klimakrise nicht geben. Denn die menschlichen Handlungs- und Einflussmöglichkeiten sind bei Überschreiten von Kipppunkten stark begrenzt. Selbstverstärkende Prozesse laufen dann unaufhaltsam weiter, wie z. B. das Abschmelzen des Grönland-Eises oder das Auftauen des Permafrostbodens. Die Gefahr einer Kaskade von Kipppunkten wurde erst kürzlich von Wissenschaftlern des PIK klar aufgezeigt. Bei einer derart außer Kontrolle geratenen Erderhitzung bleiben nur Anpassungsmaßnahmen übrig, deren Effektivität langfristig nicht ausreichen werden.

Was kommt noch auf uns zu?

Der Zusammenbruch von Zivilisationen durch die Klimakrise ist möglich. Reaktionen auf Extremereignisse und Hungersnöte werden Konflikte innerhalb und zwischen Staaten schüren, u. a.  durch Migrationsbewegungen, Nationalismus und Ressourcenknappheit. Es droht die Gefahr von komplett unbewohnbaren Erdteilen; davon wären bis zu drei Milliarden Menschen betroffen.

 

Ein mehr oder weniger geordneter Rückzug aus besonders betroffenen Gebieten und Küstenstädten wird notwendig sein. Letztere werden aufgrund des Meeresspiegelanstieges um bis zu  1 m (oder mehr) innerhalb dieses Jahrhunderts evakuiert werden müssen. Geisterstädte werden übrigbleiben, die langsam im Meer versinken.

 

Extremwetterereignisse und Ernteausfälle werden auch unser Leben in Deutschland stark beeinflussen: Preissteigerungen von Nahrungsmitteln, Verlust von Häusern und anderer Infrastruktur durch Extremwetterereignisse, vermehrte Todesfälle während immer stärkeren Hitzewellen und vieles mehr.

 

Die Klimakrise wird in diesem Jahrhundert für reiche Menschen Wohlstandseinbußen und für arme Menschen den Verlust der Lebensgrundlagen und Tod bedeuten. langfristig ist keiner von den Folgen des Klimakolapses sicher - unabhängig von der wirtschaftlichen Lage einer Person.

 

Manche meiner Freunde meinen, dass die Zukunft sicher besser wird - durch technische Entwicklung und effektivere Klimaschutzmaßnahmen. Aber da liegen sie falsch. Denn nein, die Zukunft wird nicht besser werden, sondern viel schlimmer als wir es uns heute vorstellen können.

 

Viele Menschen haben das Ausmaß der Katastrophe noch nicht verstanden. Daher sind unsere Blockaden als „Feuermelder“ notwendig. Unsere Aktionen sind nicht ignorierbar und weisen daher deutlich auf die Notfallsituation hin; eine Situation, die schnelles, entschlossenes und umfangreiches Handeln erfordert.

 

Was fühlt man bei all dem?

  • Trauer über den irreversiblen Verlust von Tier- und Pflanzenarten und von Ökosystemen, die in Millionen von Jahren entstanden sind und die wir innerhalb von zwei Jahrhunderten ausgelöscht haben.
  • Wut darüber, dass schon heute viele Menschen durch die Folgen der Klimakrise alles verlieren, obwohl sie nichts dazu beigetragen haben. Gleichzeitig versuchen die Menschen im globalen Norden ihre Privilegien zu retten und machen sich nichts aus dem Schicksal anderer Menschen. Dabei denke ich z. B. an die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer.
  • Scham, dass westliche Staaten und auch Deutschland nicht fähig sind anzuerkennen, dass die Klimakrise eine Folge jahrhunderte-langer Ausbeutung von Menschen und Natur ist und wir maßgeblich daran Schuld sind. Klimareparationszahlungen sind daher nicht nur dringend notwendig sondern auch unsere moralische Pflicht.
  • Fassungslosigkeit über die Art und Weise wie viele Menschen trotz besseren Wissens die Klimakrise ignorieren oder dem Klimaschutz sogar aktiv entgegenarbeiten. Viele Banken finanzieren zum Beispiel weiterhin die Klimakrise; und viele Menschen lehnen sich zurück und genießen ihr Leben als gäbe es keine Klimakrise, weil - ihrer Meinung nach - die schlimmsten Folgen sie nicht treffen werden.

Dabei ist die Problematik bereits seit Jahrzehnten bekannt und wurde immer wieder sehr deutlich formuliert. So zum Beispiel durch den Club of Rome im Jahr 1972. Schon vor 50 Jahren war es klar, dass wir unsere Lebensgrundlagen zerstören, wenn wir weitermachen wie bisher! Auch die Sachstandsberichte des IPCC zeigten seit 1980 klar auf, dass der Klimawandel gefährlich wird, z. B. auch für Inselstaaten. Der Präsident des Inselstaates Palau auf COP 27 in Glasgow benennt die ganze Ungerechtigkeit des Klimawandels für sein Land:

 “Es gibt keine Würde in einem langsamen und schmerzhaften Tod.
Ihr könntet genauso gut unsere Inseln bombardieren.”

 

Antonio Gutteres fasst klar zusammen, was der Klimawandel bedeutet:

„Die Fakten sind unbestreitbar. Dieser Verzicht auf Führung ist kriminell.“

 

Verzweiflung über die Frage, wie diese extreme Unrechtssituation und Gefahr des Zusammenbruchs der Zivilisation noch abgewendet werden kann.

 

All dies hat für mich eine klare Antwort:


Ziviler Widerstand ist eine moralische Pflicht gegen diese Unrechtssituation.

 

Aus den vorher genannten Gründen habe ich an der Aktion in München teilgenommen und werde das auch in Zukunft wieder machen. Repressionen können mich nicht davon abhalten, mich für Klimagerechtigkeit und gegen die aktuelle Politik einzusetzen."

 

Hier die Statements von Sarah und von Annina.

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Die letzte Etappe: Heidelberg nach Karlsruhe

Ankunft bei der casa comun in Karlsruhe
Ankunft bei der casa comun in Karlsruhe

75 km - 240 Höhenmeter - 10 TeilnehmerInnen

 

Nach knapp 1000 km und 4000 Höhenmeter sind wir heute in Karlsruhe angekommen.  Eine lange,  oft sehr heiße, anstrengende aber insgesamt wunderschöne Tour ist nun zu Ende.  Wie fühlt man sich da?  

Unendlich dankbar für alle Begegnungen unterwegs; für die Gastfreundschaft,  die wir erfahren haben; für  alle Mitradelnden,  ohne deren Hilfe wir das Kaffeeradeln nicht hätten durchführen können; dafür,  dass wir fast ohne Pannen und ohne jegliche Unfälle die Strecke bewältigt haben und für alle KaffeeabnehmerInnen,  die über den Verkauf unseres Segelkaffee diverse Projekte unterstützen.  Ein ganz großes,  herzliches Dankeschön an alle Beteiligten unserer Tour!
Aber auch erschöpft und müde und mit der nagenden Frage: Welcher Einsatz ist effektiv,  um eine globale Klimakatastrophe zu verhindern?  Wie schaffen wir es,  genügend Menschen zum Umdenken und Handeln zu bewegen?  Haben wir über unsere Aktion überhaupt Menschen zu mehr Klimaschutz bewegt? Wir wissen die Antworten dazu nicht.  Aber wir hoffen sehr,  dass wir durch unsere Tour viele Menschen erreicht haben,  und dadurch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten konnten. 
Wie verlief dieser letzte Tourenabschnitt? Meist gemütlich entlang gut ausgebauter Fahrradwege.  Wie fast auf jeder Etappe verliert sich aber immer wieder ein Fahrradweg auf einem Bürgersteig oder ins Nichts - ein Unding für alle FahrradfahrerInnen.  Man stelle sich vor,  eine Bundesstraße würde auf einmal in einen Feldweg übergehen.  Da wäre die Empörung groß.  Uns RadlerInnen passiert das täglich mehrere Male.  Da muss sich noch Vieles bessern,  um Mobilität gerechter für alle VerkehrsteilnehmerInnen zu machen.  
Wie an den Tagen zuvor,  radelten wir wieder an vollkommen ausgetrockneten Maisfeldern vorbei.  Dieses mal stach eines besonders heraus,  weil unmittelbar daneben eine riesige Fläche Rollrasen angepflanzt war,  die in ihrem frischen Grün einen krassen Gegensatz zur allgemeinen Trockenheit gab.  Unglaublich, dass die Bewässerung von Rollrasen in einer Dürrezeit erlaubt ist! 
In Karlsruhe wurden wir sehr herzlich von Martin Gück,  Chairos Europa,  und anderen OrganisatorInnen der casa comun empfangen.  So interessant die Initiative ist, waren wir schon so gesättigt von den vielen Eindrücken unserer Reise, dass wir nur noch bedingt aufnahmefähig für weiteren Austausch waren. Die meisten von uns mussten sowieso bald schon den Zug nach Hause erwischen, der dann leider zum Teil mit erheblichen Verspätungen unsere MitradelerInnen nach Hause brachte. 
Die restlichen 25 kg Roh-Kaffee gingen übrigens an zwei Röstereien in Karlsruhe,  tostino und qkaffee. Danke fürs Mitmachen! 
Die restlichen 4 kg gerösteter Kaffee begleiten uns zurück nach Raisting.  Zum 10-jährigen Jubiläum unseres Vereins werden wir die Packungen meistbietend versteigern, um mit dem Erlös unsere nächsten Projekte zu finanzieren, u. a. einen Ausleihraum in unserem Dorf, Raisting. 
Und nun heisst es erst mal: Zurück zur Arbeit, am Wochenende ausschlafen und dann Vorfreuen auf das nächste Jahr, wenn wir wieder von Hamburg aus starten.
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Der 12. Tag: Von Heppenheim nach Heidelberg

Treffen in Weinheim
Treffen in Weinheim

48,4 km - 440 Höhenmeter - 10 TeilnehmerInnen

 

Ein Tag voller interessanter Eindrücke und spannender Diskussionen unter dem Eindruck der Dringlichkeit. Denn erst heute morgen erreichte uns die Nachricht von den schrecklichen Überschwemmungen in Pakistan. Keine Überraschung. Wir wissen schon lange, was der Klimawandel verursachen wird. Keiner kann sagen wir hätten das nicht gewusst. 

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Der 11. Tag: Von Frankfurt nach Heppenheim

Begrüßung am Rathaus Heppenheim
Begrüßung am Rathaus Heppenheim

Nach einem lukullischen Frühstück im Pfarrgarten Der Paul-Gerhard Gemeinde (ganz herzlichen Dank, Frau Bode!) starteten wir nach Heppenheim. Höhepunkt war eine sehr interessante Führung durch Kloster Lorsch. Allerdings war die Hitze recht unerträglich, so dass wir uns von Schatten zu Schatten retten mussten, um durchzuhalten.

In Heppenheim wurden wir begrüßt vom Bürgermeister und engagierten Bürgerinnen - Danke für die kühlen Getränke!
Nach einem gemütlichen Abendessen am sehr schönen historischen Marktplatz von Heppenheim mussten wir noch 8 km und 200 Höhenmeter zu unserer Herberge, dem Kaiserwirt, weiterradeln. Aggressive Autofahrer machten diese abendliche Tour recht unerfreulich. Aber zum Glück kamen wir alle heil oben an. 
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Der 10. Tag: Bingen nach Frankfurt

Einfahrt nach Frankfurt
Einfahrt nach Frankfurt

Heute gibt es mal nur Fotos.  Ein schöner Tag!  Aber anstrengend.  Ganz besondere Dank geht an Anja Bode. Von der Paul Gerhard Gemeinde,  wo wir übernachten dürfen und wunderbar verköstigt wurden. 

Der 9. Tag: Von Koblenz nach Bingen

Die Lorelei
Die Lorelei

Heute war ein entspannter Tag : Radeln entlang des Rheins,  vorbei an vielen Burgen,  und Städtchen.

Nachmittags dann wieder Kaffeeabgabe  - dieses Mal im Weltladen Bingen.  Danke für die Verköstigung mit sehr leckeren Muffins!
Danach deckten wir uns ein mit Brot,  Obst und Käse, das wir dann im Park am  Mäuseturm miteinander teilten.  Dort trafen wir Prof.  Urban Weber,  mit dem wir sehr interessant diskutierten -  über das Projekt "Vom Ahrtal zum Solahrtal" und weitergehende Fragen.  Ein schöner,  interessanter Abend an einem schönen Ort,  der aber durch Schiffe,  Flugzeuge,  Hubschrauber und Autos erstaunlich laut war.  Verwunderlich,  wie stark wir Menschen unser Leben einzuschränken bereit sind dafür,  dass wir fossile Energie verbrennen. 
Ein Artikel von Prof. Urban Weber, der einige unserer Diskussionspunkte gut zusamenfasst, steht hier beim Solarenergie Förderverein.

Der 8. Tag: Vom Ahrtal nach Koblenz

Bewegende Bilder im Ahrtal
Bewegende Bilder im Ahrtal

Der Vormittag war frei,  um flussaufwärts die Ahr entlang zu radeln.  Die Eindrücke,  die wir dort bekamen, waren tief bewegend.  Sehr viele Häuser sind noch zerstört.  Brückenpfeiler stehen einsam an der Ahr.  Ein Zugtunnel endet im Nichts.  Bahnhöfe sind verfallen und schon vollkommen von Pflanzen überwachsen. Es war bedrückend zu sehen,  wie viel noch zu tun ist trotz der vielen Arbeit,  die schon ein Jahr lang in den Aufbau des Ahrtal gesteckt wurde.  Unvorstellbar,  wie es vor einem Jahr ausgesehen haben muss.

Und dennoch werden wieder Öl- und Gasheizungen eingebaut.  Weil es schneller und einfacher ist.  Wann lernen wir endlich umzudenken und anders zu handeln als bisher?!
Vom Ahrtal ging es dann entlang des Rheins nach Koblenz.  Dort wurden wir im Alten Rathaus von Herrn Trautmann und weiteren Mitgliedern der Fair Trade Steuerungsgruppe begrüßt.  Zusammen mit interessierten Bürgerinnen hatten wir einen angeregten Abend zu Thema Fair Trade,  Klimagerechtigkeit und Dringlichkeit.  Hervorzuheben ist der erfolgreiche Radentscheid der Stadt,  der sicherlich ein Umdenken hin zu mehr Radverkehr unterstützen wird.
Danach zogen wir zusammen zur und in die Florinkirche,  wo Frau Pfarrer Brilmayer uns eine sehr schöne Abendandacht schenkte,  begleitet von wunderbarer Flötenmusik der dortigen Flötengruppe.  Ein herzliches Dankeschön dafür!
Im Dunkeln radelten wir dann noch 8 km zum Hotel Kripp,  wo wir noch einige Zeit im schönen Biergarten sitzen konnten, um den Tag ausklingen zu lassen. 

Halbzeit! Der 7. Tag: Von Bonn ins Ahrtal

Der Radweg an der Ahr
Der Radweg an der Ahr

Was machen wir mit dem Ahrtal?  Das hatten wir uns bei der Planung gefragt.  Wir wollten nicht als Touristen nur "gucken" gehen.  Aber richtig helfen können wir bei der Kürze der Zeit auch nicht.  Am Ahrtal vorbeiradeln war aber auch keine Option. 

So haben wir sowohl geholfen als auch die Gelegenheit gehabt,  uns ein wenig mit lokalen Menschen auszutauschen.  Es ist sehr bewegend,  zu sehen und zu hören was man nur aus den Nachrichten kennt.  Die notwendigen Änderungen zur Nachhaltigkeit sind leider noch viel zu schleppend.  Die Versicherungen zahlen nur den Wiederaufbau,  keine echten Änderungen.  Dabei wäre das Ahrtal ideal für eine Neustart zur Nachhaltigkeit.  Schade,  dass das nicht von den Zuständigen noch beherzter umgesetzt wird. 

Der 6. Tag: Von Wuppertal nach Bonn

Wunderschöner Radweg
Wunderschöner Radweg

Heute hatten wir die weiteste Strecke unserer Tour zu bewältigen: 101 km und 700 Höhenmeter.  Entsprechend geschafft waren wir bei unserer Ankunft in Bonn Duisburg in der Johanniskirchengemeinde.  Da tat es gut,  mit vielfältigsten Leckereien verwöhnt zu werden.  Angefangen im Gemeindegarten und weiter auf der Terrasse unserer lieben Gastgebern,  der Pfarrerin der Johanniskirche,  Dagmar Gruss und ihrem Mann Rudi.  Dort taten wir unser Bestes,  die zwei Bleche Pflaumenkuchen aufzuessen,  haben es aber nicht ganz geschafft.  Der Rest wird morgen als Reiseproviant eingepackt.

Von wegen gutem Essen: Schon heute morgen wurden wir trefflichst versorgt mit einem reich gedeckten Tisch im Gemeindehaus in Wuppertal-Lagerfeld.  Ein großer Dank an Katharina Pött für ihre Gastfreundschaft!
Unser Weg von Wuppertal führte uns eine wirklich tolle Strecke hoch nach Lennep,  einem wunderschönen Städtchen voller alter Schieferhäuser.  Weiter ging es über den Altenberger Dom nach Köln.  
In Köln wurden wir am Dom vom Bürgermeister der Innenstadt begrüßt und dann von Horst Löffler vom Weltladen Köln zum Weltladen geleitet. Dort wurden wir sehr herzlich begrüßt und mit Kaffee und Knabbereien verwöhnt. Danke auch für die Führung entlang des Rheins! 
So assen wir uns heute gut durch den Tag und sind nun gestärkt für morgen,  wenn wir im Ahrtal hoffentlich sinnvoll ein wenig helfen können. 
Auch geistige Nahrung bekamen wir heute Abend : Ulrike Lohr hielt einen Vortrag zu nachhaltigen Geldanlagen.  Leider war das nur über das Internet möglich,  weil die Züge aus Köln nicht fuhren.  So waren wir mit dem Rad schneller in Bonn gewesen als die Zeit,  die Frau Lohr verloren hatte um zu versuchen,  einen Zug zu erwischen!
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Der 5. Tag: Von Marl nach Wuppertal

Auf einem der vielen Bshntrassenwege im Bergischen Land
Auf einem der vielen Bshntrassenwege im Bergischen Land

Auf den heutigen Tag habe ich mich besonders gefreut. Denn ich war noch nie im Bergischen Land gewesen und war gespannt auf Landschaft,  Bahntrassenradwege und die Begegnungen mit den hiesigen Menschen.

 

Zunächst war meine Stimmung allerdings gedrückt,  denn mich erreichte die Nachricht,  dass nächste Woche die Prozesse gegen Mitglieder des Aufstand der letzten Generation beginnen  - u.a. auch gegen meinen Bruder.  Es ist unfassbar, dass selbst heute,  wo die Auswirkungen des Klimawandels jedem bewusst sein sollten,  die kurzsichtigen Interessen großer Teile der Industrie und Lobbyisten weniger strafwürdig sind als der friedliche Einsatz besorgte Bürger. Hoffentlich wird der Prozess diesen Widersinn klar herausstellen. Dann wird hoffentlich auch ein Thomas Müller sich über engagierte KlimsaktivistInnen freuen, statt sie wütend anzubrüllen.  

 

Aber zurück zur Tour: Um es kurz zu machen,  denn es ist mal wieder spät: Es lohnt sich,  wiederzukommen! Die Bahntrassenradwege machen sehr viel Spaß,  es gib trotz der engen Bebauung auch schöne Ecken Natur und die Menschen sind sehr nett und aufgeschlossen.

 

Ganz herzlichen Dank an die Gemeinde der Beckacker Kirche, besonders Frau Pfarrerin Katharina Pött,  die uns hier sehr freundlich aufgenommen hat.  Nach einem gemeinsamen Gottesdienst,  Abendessen und Singen ist es Zeit zu schlafen.  Morgen wird ein langer Tag. 

Der 4. Tag: Von Münster zum Haus Hardt bei Marl

Unser Segelkaffee im Coesfeld Unverpackt Laden
Unser Segelkaffee im Coesfeld Unverpackt Laden

Heute war es endlich etwas kühler und wir hatten immer mal wieder Rückenwind.  Gleichzeitig haben wir uns inzwischen gut eingefahren und hatten abends keinen Termin.  So war heute ein recht entspannter Radeltag.

 

Unser Tag begann mit Worten von Pfarrer Kolja Koeninger, der uns vor der Lukaskirche einen Reisesegen auf den Weg gab. Seine Worte möchte ich hier in Gänze wiedergeben:

 

Sie haben sich eine bemerkenswerte Aufgabe gestellt:

120 kg ökofairen Kaffee quer durch die Republik radeln.

Und dann beim Treffen des ÖRK für klimagerechtes Handeln eintreten.

 

Das ist ein starkes Stück. 3 Etappen sind geschafft – 10 liegen noch vor Ihnen.

Sie haben ein gutes Stück vor sich.

Ich möchte ihnen für diesen Weg einen biblischen Vers mit auf den Weg geben:

 

Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt,

der findet Leben, Gerechtigkeit und Anerkennung. (Sprüche 21,21)

 

Sie jagen der Gerechtigkeit nach – und wir alle hoffen,

dass Sie damit nicht nur Anerkennung finden.

Sondern dass auch das Anliegen für eine klimagerechte Welt Rückenwind erhält.

 

In der Bibel hat Gerechtigkeit in der Regel mit Teilen zu tun.

Gerechtigkeit fängt da an, wo wir uns im Teilen üben.

Denn dann machen wir die erstaunliche Erfahrung:

Wer teilt hat am Ende in der Regel mehr als vorher:

Sie teilen mit anderen Kaffee, und Ihre Erfahrungen;

wir teilen Unterkunft & Gemeinschaft. Und am Ende gewinnen dabei alle

 

Auch in anderen Bereichen merken wir das:

Wenn wir Verantwortung teilen,

wenn wir die Last der Folgen des Klimawandels teilen,

kommen mehr Menschen zu ihrem Recht.

Ein geteiltes Anliegen ist stärker als eine Einzelmeinung

 

Und dort, wo es uns gelingt, für Gerechtigkeit einzutreten, da spüren wir:
Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Das tiefe Geheimnis der Gerechtigkeit ist das Teilen.

Jesus hat das vorgemacht. Und wir versuchen, es ihm nachzumachen

Und Sie senden in dieser Hinsicht ein starkes Zeichen in die Gesellschaft
und auch in den ÖKR.

Dazu gebe Ihnen Gott seinen Segen!

 

Höhepunkt war sicherlich unsere Mittags-Station im Coesfeld Unverpackt Laden.  Dort wurden wir von einer ganzen Delegation engagierter Menschen begrüßt: Natürlich vom Team des Unverpackt Ladens,  von der Klimaschutzmanagerin,  der Bundestagsabgeordneten Annemonika Spannek von den Grünen,  und Vertreterinnen der Kirche.

 

Dabei wurde klar,  dass allen Beteiligten die Dringlichkeit des Handelns bewusst ist.  Dennoch ist das Handeln begrenzt.  Klimaneutralität bis 2040 ist einfach zu spät - dennoch wird von der Kirche stolz darauf hingewiesen.  Karl Mehl,  Mit-Organisator der Radeltour,  wies daher darauf hin,  dass wir bissiger werden müssten, wir sollten klarer auf die Dringlichkeit hinweisen und uns mit Worten und halben Taten nicht mehr zufrieden geben.  Ängste vor sozialen Verwerfungen erscheinen inkonsequent,  denn die Verwerfungen durch die Erdüberhitzung wird um ein Vielfaches größer sein.  

 

Mit der Hoffnung,  noch mehr zum Umdenken und noch konsequenterem Handeln angeregt zu haben,  ging es weiter über Haltern am See zum Haus Hardt bei Marl.  Dort verbrachten wir einen ruhigen Abend als einzige Gäste dieses schönen Hauses am Rande des Waldes - während in großen Teilen Deutschlands Unwetter durchzogen. 

Der 3. Tag: Von Fürstenau nach Münster

Münster!
Münster!

Münster ist eine tolle Stadt - voller Radfahrer! Ich kam mir vor wie in Amsterdam.  Um nach Münster zu gelangen mussten wir lange fahren: 84 km durch brütende Hitze.  Da tat es sehr gut,  in Sarbeck in einen See zu springen.

 

Ein besonders schönes Ereignis war das Treffen mit einem Lanschaftspfleger der biologischen Station der Münster Rieselfelder.  Als wir etwas müde vor uns hinradelten,  fragte einer am Wegesrand,  ob wir die Kaffeetour wären.  Ich dachte,  der Mann hätte über uns gelesen und rief fröhlich: Ja! Da stellte es sich heraus,  dass er auf uns gewartet hatte,  um uns etwas über die Rieselfelder zu erzählen.  Ich hatte das Treffen vollkommen vergessen.  Das Lustige war: Wir hatten uns um 14:30 verabredet,  und wir waren Punkt 14:30 vor Ort.  Pünklicher hätten wir nicht sein können,  auch wenn ich das Treffen nicht vergessen hätte. Wir verbrachten dann eine sehr schöne Stunde zusammen. 

 

In Münster wurden wir im Friedenssaal begrüßt -  einem sehr beeindruckenden Saal in dem der Westfälische Friede ausgehandelt wurde.  Das Besondere daran war: Zum ersten Mal wurde Frieden durch Diplomatie erreicht.  Das würde man sich heute auch wünschen! 

 

Von dort ging es weiter zur Initiative Romero,  wo wir mit Frau Nibbenhagen  im Garten viel Interessantes über deren Arbeit erfuhren.  Anschließend wurde intensiv diskutiert,  wie wir vom Wissen ins Handeln kommen können. Der Ansatz von Romero ist u. a: Fragen stellen,  um zum Nachdenken anzuregen. Ob das effektiver ist als Menschen direkt anzusprechen, weniger Auto zu fahren,  weniger zu konsumieren etc pp?  Ich denke,  beide Ansätze sind wichtig, um verschiedene Menschen anzusprechen. 

 

Abends radelten wir dann noch zum Gemeindehaus der Lukaskirche,  wo wir freundlicherweise übernachten durften.

Ein langer,  guter Tag! 

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Der Zweite Tag: Von Oldenburg nach Fürstenau

Ein heißer,  langer Tag.  Knapp 100 km sind es von Oldenburg nach Fürstenau.  Aber zum Glück waren wir durch ein reichhaltiges Frühstück im Gemeindehaus der Martin - Luther-Kirche sehr gut gestärkt. Und viele Wege waren durch wunderschöne Alleen beschattet.  Zusätzlich lag entlang des Weges eine Talsperre, deren Wasser zwar warm, aber im Vergleich zur Lufttemperatur doch noch erfrischend war.  So ließ sich die Fahrt gut ertragen,  trotz der ewigen Maisfelder für "Biogas" und Viehfutter,  und trotz der großen Hühner-und Rinderställe.

 

Zum Glück gab es heute keine Pannen. Nur den Abstecher ins Moorgebiet hätten wir uns sparen können.  Dort blühte zwar die Heide wunderschön; aber mit unseren Anhängern war der Weg nicht so lustig.

 

Abends wurden wir vom Bürgermeister in Fürstenau und einer ganzen FairTrade  Delegation sehr freundlich begrüßt.  Die fairen Bananen waren köstlich nach dem langen Radeltag! Und der Austausch mit der Delegation war sehr bereichernd - v. a.  die Informationen zu den hiesigen Wölfen,  die nicht unproblematisch sind. 

Es geht Los!

Heute ging es endlich los: Von Bremerhaven nach Oldenburg. Dazu trafen wir uns am Klimahaus,  um die 120 kg Kaffee auf die 13 MitradelerInnen aufzuteilen. Da trat schon das erste Problem auf: Zwei MitradelerInnen hatten Schwierigkeiten, mit dem Zug anzureisen (keine Überraschung bei den katastrophalen Bahnverhältnissen!) - sie trafen erst Stunden später in Elsfleth auf uns.

 

Das hatte für mich den großen Vorteil,  dass wir zusammen weiterradeln konnten, nachdem die Hauptgruppe schon mal nach Oldenburg fuhr. Leider hatte ich nämlich gewaltige Migräne und schaffte es daher nicht rechtzeitig für zwei Termine nach Oldenburg (Begrüßung in der Martin-Luther-Gemeinde,  Kaffee-Übergabe bei der Rösterei La Molienda). Aber Dank der liebevollen Fürsorge einiger MitradlerInnen kam auch ich noch rechtzeitig zum Weltladen,  wo wir Kaffee abgaben.

 

Leider verpasste ich es heute, die Radeltour zu geniessen.  Aber ich glaube,  die Fahrt entlang der Weser und der Hunte war sehr schön,  nur arg heiß. Eine kleine Panne -  ein lockerer Gepäckträger - konnte zum Glück schnell behoben werden.

 

Beim Höhepunkt des Tages -  ein Treffen mit Niko Paech im Ressourcenzentrum - war ich zum Glück wieder fit.  Dazu mehr ein anderes Mal,  wenn ich wieder gesund bin.
Gute Nacht!

Auftakt in Bremerhaven

Heute nachmittag begann unsere öko-faireKaffee-Radeltour im Klimahaus in Bremerhaven.  Dort bekamen wir eine hervorragende Führung durch eine Mitarbeiterin des Klimahauses. In diesem sehr besonderen Haus werden die verschiedenen Lebenswelten und Ökosysteme entlang des 8. Längengrades sehr anschaulich dargestellt. Temperatur,  Gerüche, Geräusche und natürlich die Exponate versetzen einen direkt an die verschiedenen Orte der Erde. Immer wieder kommt dabei zur Sprache., wie diese Lebenswelten durch die Erdüberhitzung  verändert und zerstört werden. Diese Mischung aus Schönheit und Nähe der verschiedenen Erdteile mit dem Wissen,  dass viele dieser Gegenden durch unsere Lebensweise zerstört werden,  ist sehr bewegend. 

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Die zweite öko-faire Kaffee-Radeltour im Zeichen der Klimagerechtigkeit

unterwegs für Klimaschutz und globale Gerechtigkeit

Ökologisch angebauter, fair gehandelter und aus Nicaragua gesegelter Kaffee wird von Bremerhaven nach Karlsruhe geradelt.

 

Zeichen setzen für Klimagerechtigkeit

 

Wir bieten vom 22. August bis 4. September 2022 die Möglichkeit, etappenweise an einer ganz besonderen Fahrradtour teilzunehmen: 120 Kilogramm Kaffee - von einem Frachtsegler aus Nicaragua nach Deutschland transportiert, mit fairer Bezahlung, unter menschenwürdigen Bedingungen geerntet und ohne Pestizide angebaut - werden von Bremerhaven nach Karlsruhe geradelt. Das Ziel der Tour ist das Treffen des ökumenischen Rates der Kirchen. Diese Kaffee-Radeltour ist die zweite ihrer Art – schon letztes Jahr wurden 100 kg von Hamburg nach Weilheim in OB. geradelt.

 

Mit dieser Aktion möchten wir ein Zeichen setzen für den notwendigen Wandel in unserer Gesellschaft, vor allem in den Bereichen Mobilität, Klima- und Naturschutz. In diesem Jahr liegt der Fokus der Tour auf dem Thema Finanzen und Divestment. Mehrere Abendveranstaltungen der Tour beschäftigen sich daher mit diesem Thema. Prof. Dr. Niko Paech, Ökonom und scharfer Wachstumskritiker, ist wieder Schirmherr unserer Tour.

 

Geschenkt, aber nicht umsonst

 

Auf den einzelnen Tagesetappen trifft die Radelgruppe lokale Initiativen und lernt verschiedene Aspekte eines nachhaltigen Lebens kennen. Der Kaffee wird an Eine-Welt-Läden und Röstereien entlang des Weges verschenkt. Der Erlös des Kaffees unterstützt lokale Projekte.

 

Spenden für den Kaffee sind sehr erwünscht!

GLS Bank

IBAN: DE37 4306 0967 8218 2169 00

BIC: GENODEM1GLS)

 

13 Etappen längs durch Deutschland

 

Die Tour beginnt am 22.8. in Bremerhaven mit einem Auftakt im Klimahaus und einem Abendgottesdienst in der Großen Kirche. Vom Klimahaus startet die Gruppe am Morgen des 23.8. nach Oldenburg. Weitere Etappenziele sind am 24.8. Fürstenau, 25.8. Münster, 26.8. Marl, 27.8. Wuppertal, 28.8. Bonn, 29.8. Bad Neuenahr / Ahrweiler, 30.8. Koblenz, 31.8. Bingen, 1.9. Frankfurt, 2.9. Heppenheim, 3.9. Heidelberg und schließlich am 4.9. gegen 15:00 Karlsruhe.

 

Einige Highlights umfassen: Ein Treffen mit Prof. Dr. Niko Paech in Oldenburg, ein Willkommen im Friedenssaal von Münster, Vortragsabende in Münster und Bonn, ein Arbeitseinsatz im Ahrtal, ein spannendes Abendprogramm im Koblenzer Rathaus, eine Führung durch die Stadtwerke Heidelberg, und vieles mehr.

 

Alle Infos zur Tour

 

Das Mitradeln ist kostenfrei. Verpflegung und eventuelle Übernachtung werden von den TeilnehmerInnen selbst bezahlt. Die Übernachtungen wechseln sich ab zwischen Gemeindesälen von Kirchengemeinden, Jugendherbergen und Pensionen.

 

Pro Etappe radeln 10 - 20 TeilnehmerInnen mit. Bei jeder Etappe gibt es einen mit dem Rad erreichbaren Bahnhof, so dass Interessierte gut ohne Auto an- und abreisen können. Inzwischen ist die Tour fast voll; aber einige wenige InteressentInnen können uns gerne noch begleiten. Wichtig dabei ist: Wir haben eine Grundgeschwindigkeit von ca 18 km / h, die wir einhalten müssen, um unsere diversen Termine erreichen zu können.

 

Die Organisatoren – die Biologin Dr. Maiken Winter und Karl Mehl, evangelischer Pfarrer in Grafrath – nehmen bei ihren Touren vieles in den Blick: Wissenschaftliche Fakten um den Klimawandel, Naturschutz und Artenvielfalt, verbunden mit dem Hinterfragen unserer Lebens- und Wirtschaftsweise, sowie weltanschauliche und spirituelle Fragen.

 

Sei dabei und setze ein Zeichen für Klimagerechtigkeit!

Ökologie und Genuss müssen kein Widerspruch sein!

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Mein Bruder und Niko Paech: Solidarität mit Klimaschutz-AktivistInnen

Mein Bruder saß über Ostern in Frankfurt im Gewahrsam. 5 Tage lang; im Einzelzimmer mit 1 h Hofgang pro Tag. Wie ein Verbrecher. Aber: Wer ist hier eigentlich die Gefahr? Prof. Dr. Niko Paech erklärt sich solidarisch.

 

Wenn man die Dringlichkeit des Klimaschutzes versteht und sieht, wie wenig weiterhin getan wird, dann ist die notwendige Konsequenz, dass wir uns noch stärker einsetzen müssen, um eine Klimakatastrophe eventuell noch zu verhindern. Die friedlichen Aktionen vom Aufstand der letzten Generation sind eine der möglichen Aktionen, welche Menschen zum Nachdenken und Umdenken bringen können.

 

Man kann diese Aktionen mögen oder auch nicht. Eindeutig ist, dass bisher nichts wirklich genützt hat. Wir rasen weiterhin gegen die Wand. Dass es selbst während des Ukraine-Krieges unmöglich ist, zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf unseren hochheiligen Autobahnen zuzulassen oder gar den Verbrennungsmotor sehr viel früher auslaufen zu lassen, ist sehr viel gefährlicher für uns alle, als wenn KlimaaktivistInnen sich auf Autobahnen kleben.

 

Wir leben in einem scheinheiligen System, das zum einen sagt, etwas machen zu wollen, und gleichzeitig auf anderer Stelle unsere Zukunft zerstört.

 

Wer genau gefährdet uns denn? Die Autolobby, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung immer wieder erfolgreich verhindert? Die Ölgesellschaften, die jahrzehntelang ihre Lügenkampagnen verbreiten durften ohne jegliche Konsequenz? Die Kohlelobby? Die Agrarlobby? Die Bauwirtschaft? Die Wirtschaftslobbyisten, die das stete Wachstum fordern? Die Finanzwelt, die mit ihren Investitionen massivste Naturzerstörung und Ungerechtigkeiten in der Welt fördern? All diese Leute dürfen frei herumlaufen. Aber mein Bruder saß von Gründonnerstag bis Ostermontag im Gewahrsam - zusammen mit 33 anderen Aktivistinnen. Weil er sich sorgt, ja verzweifelt ist, dass sich zu wenig im Klimaschutz bewegt.

 

Zur Unterstützung hatte ich vielen Kontakten geschrieben, und sie gebeten, meinen Bruder über aufmunternde Worte zu unterstützen. Viele schrieben ihm, unter anderem Ernst von Weizsäcker und der amerikanische Klimawissenschaftler James Hanson.
Ein besonders bewegendes Mail kam von Prof. Niko Paech, das ich hier zitieren darf:

 

 

"Einige Jahrzehnte wurde versucht, unter Ausschöpfung konventioneller Möglichkeiten den ökologischen Suizid abzuwenden. Dieser Versuch ist gescheitert. Inzwischen ist eine dramatische Situation eingetreten: Die menschliche Zivilisation hat ihre Überlebensfähigkeit eingebüßt. Dies geschah weder zufällig oder aus irgendeiner Not heraus, sondern systematisch und zugleich in immer besserer Kenntnis der Ursachen für dieses Desaster.

 

Daraus erwächst ein fulminanter Widerspruch. Dasselbe Rechtssystem, auf deren Grundlage nun die Aktivist:innen der Letzten Generation verhaftet werden, entspricht einem Bekenntnis zur Aufklärung und stützt sich zuvorderst auf Menschenrechte. Aber genau diese werden durch die physischen Folgen des auf Wachstum basierenden Industrialismus absehbar auf nie da gewesene Weise verletzt. Wie könnte eine Abwägung dieser Katastrophe gegen die vergleichsweise harmlosen Rechtsverstöße der Letzten Generation, die sich nicht gegen Menschen richten, zu einer anderen als dieser Schlussfolgerung führen: Nur die schnellstmögliche Unterbrechung der aktuell vorherrschen ökologischen Verwüstung kann die Einhaltung der Menschenrechte wiederherstellen -- und nicht die Verhaftung jener, die dafür kämpfen.

 

Die Letzte Generation nimmt nur eine gesellschaftliche Mehrheit beim Wort, die fortwährend Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung einfordert, aber ihrer eigenen Bekundung zuwider handelt. Eine Aufdeckung dieser Mischung aus Realitätsverlust und kulturprägender Heuchelei ist historisch unvermeidbar. Wenn nichts anderes mehr hilft, ist ein Aufstand der sich dem Zerstörungsprozess Verweigernden und konfrontativ Handelnden die letzte Chance auf ein Überlebensprogramm.

 

Deshalb erkläre ich mich solidarisch mit der Letzten Generation."  

 

PS: Nachdem bekannt wurde, dass beim Aufbringen von Öl FahrradfahrerInnen gestürzt sind, schrieb Prof. Paech: 
"JEDER Menscher weiß, dass gerade Klimaschützer niemals absichtlich oder auch nur fahrlässig Radfahrer gefährden würden. Wenn die Medien nun ein solches Versehen (wie schon an anderer Stelle zuvor) gegen die Aktivisten verwenden, ist das infam und führt nur dazu, dass sie sich selbst entlarven als einseitig und voreingenommen, die gezielt nach Diffamierungsgründen suchen."

 

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Sei egoistisch!

Viele tun sich schwer, die  Dringlichkeit des Klimaschutzes wirklich zu begreifen. Darauf hingewiesen, fühlen sich viele Menschen angegriffen; sie täten doch schon viel. Aber reicht das?  Hier der Versuch einer Antwort und die Aufforderung, endlich wirklich egoistisch zu sein.

 

Es geht nicht darum, sich schlecht zu machen. Es geht darum, dass wir die Wende hin zu einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft schaffen und jeder seinen Beitrag leistet.

 

  • Stell dir vor, wir verstehen die Dringlichkeit, handeln danach und haben nach etwa 10 Jahren tatsächlich die Wende geschafft.
  • Stell dir vor, wir können beobachten, wie sich die CO2-Konzentration der Atmosphäre reduziert.
  • Stell dir vor, wir schaffen die Wende hin zu einer wirklich nacchaltigen Gesellschaft!
  • Stell dir vor, auf einer blühenden, summenden Wiese zu liegen, in die Wolken zu blicken und einfach dankbar zu sein; dankbar für die Energie, das Durchhaltevermögen, das "Nicht-Aufgeben" aller Mitstreiter und vor allem: Dankbar, gut, frei und gesund leben zu können umgeben von der Schönheit der Natur.

Wie fantastisch und wunderschön das wäre! Lohnt es sich da nicht, heute einige Abstriche zu machen - die am Ende ja oft auch überraschende Gewinne sind? Wie zum Beispiel zu Fuß wunderbar riechenden Seidelbast zu entdecken statt im Auto im Stau zu stehen, um sonstwohin zu fahren?

 

 

Die Dringlichkeit des Klimaschutzes ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst.

 

 

Ich weiß, du glaubst nicht daran, dass wir es schaffen. Machst du es dir da nicht zu leicht?
Lohnt es sich nicht, trotzdem alles zu versuchen? Für die Schönheit in der Welt? Für die Kunst, die Musik, die Natur, die Freunde, das Leben? Auch einfach ganz egoistisch für dich selbst und deine liebsten Menschen um dich herum? Denn die Auswirkungen einer Klimakatastrophe wird auch uns treffen.

 

 

Leider ist es weiterhin so, dass ein Großteil der Menschen nur das im Klimaschutz  tun,  was sie für sich als akzeptabel empfinden. Was einem Spaß macht, das soll man auch haben dürfen. Das reicht leider nicht. Ein solcher "Egoismus" ist langfristig nicht egoistisch sondern selbstmörderisch.

 


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Aus Liebe für den Planeten in den zivilen Ungehorsam

Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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Aus Liebe für den Planeten in den zivilen Ungehorsam

Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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Aus Liebe für den Planeten in den zivilen Ungehorsam

Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

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Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

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Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter
Ausgetrocknetes Maisfeld am Rhein, (c) Maiken Winter

Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

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Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

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Am 16.9. fand eine Gerichts-verhandlung am Amtsgericht München gegen drei junge AktivistInnen der letzten Generation statt. Alle drei gaben sehr starke, bewegende Statements ab. Hier das Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner:

 

"Jeder Mensch in Deutschland kann aus seriösen Quellen recherchieren, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels, also der hohen Konzentration von Treibhausgasen in der

Atmosphäre, die Oberflächentemperatur der Erde immer weiter steigt, seit 1880 bis jetzt schon um 1,1 Grad.

 

Dass wir ein Problem haben, ist fast allen bekannt. Wetterextreme, Waldbrände, Dürren, Hitzetote, Flutopfer, Flüchtlingsmassen, Wasserknappheit, Erdüberlastung, Kipppunkte, Ende der menschlichen Zivilisation, Vermisste, Verletzte, Tote. Das sind alles Worte, die uns allen ständig begegnen. Und statt dass ich die Augen davor verschließe, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und angemessen handeln; ich halte es für meine Pflicht, dagegen anzukämpfen.

 

Mit Fridays for Future waren über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf der Straße, um für den Schutz unseres Lebensraumes und Klimagerechtigkeit zu demonstrieren.

Trotzdem gab es keine Kursänderung der Bundesregierung, es wurden keine der Dringlichkeit des Themas entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

 

Was macht das mit mir?

Was macht das mit vielen Menschen aus meiner Generation?

 

Es macht mir Angst.

 

Es macht mich traurig.

Ich trauere um die bereits angerichteten Schäden;
ich trauere um die Menschen aus dem globalen Süden, die viel stärker unter Dürren und Naturkatastrophen zu leiden haben als ich;
ich verspüre Trauer um die Unbeschwertheit, in der ich aufwachsen durfte, die meinen Kindern aber definitiv verwehrt sein wird.
Ich spüre das alles so deutlich, weil ich eine starke Liebe zu meinen Mitmenschen verspüre, eine Liebe zu unserem Planeten und Hoffnung, was ein Wandel weg von fossiler Verbrennung und Wachstumswahn uns geben könnte.
Weil ich nicht glauben will, dass wir dazu verdammt sind immer weiter zu machen, bis alle Luft verpestet und aller Boden vergiftet ist, unsere Zivilisationen zusammenbrechen und wir schließlich als Menschheit aussterben, nichts hinterlassend als Zerstörung.

 

Und ich bin wütend.

Wütend über die eigene Machtlosigkeit. Weil es nichts bringt, dass ich vegan lebe, nicht in den Flieger steige, Second Hand kaufe, recycle und kürzer dusche. Weil das alles nichts bringt, solange unsere Regierung nicht die Katastrophe anerkennt, in der wir uns befinden und große Unternehmen in die Verantwortung nimmt anstatt alles auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger*innen zu schieben.

 

Und weil all mein Alltagsengagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, habe ich mich mit wirkungsvolleren Methoden des zivilgesellschaftlichen Engagements beschäftigt: Ich habe mich entschlossen, in den friedlichen zivilen Ungehorsam zu treten und mich gleichzeitig stärker parteipolitisch zu engagieren um alle möglichen Formen der Aktion zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet ich? Ich würde so gerne darauf vertrauen, dass unsere Regierung

aufwacht und einen Kurs für die Zukunft meiner Kinder einschlägt, aber das Vertrauen, dass das von alleine passiert, habe ich verloren.

 

Und wer kümmert sich sonst drum, die Alarmglocke zu läuten?

Wer wenn nicht wir? Es macht sonst keiner.

 

Dem Klima ist es egal, ob wir uns ein bisschen oder gar nicht engagieren. Entweder

schaffen wir es, die Kipppunkte, die uns in eine Heißzeit stoßen, aufzuhalten, oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ja oder nein.

 

Ich will mich nicht auf die Straße setzen, vor Gericht stehen, verurteilt werden, aber sehe kaum andere Möglichkeiten als den zivilen Widerstand, die Regierung endlich zu einem

angemessenen Handeln zu bewegen. Deshalb saß ich am 4.2.22 in München auf der Straße und habe blockiert und deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gegen die aktuelle Politik und für Klimagerechtigkeit und unser Überleben einsetzen.

 

Ich bin keine Kriminelle. Ich habe den Alltag der Menschen gestört, um gegen die Ignoranz der Regierenden im Angesicht des Klimanotfalls zu protestieren - eine Katastrophe, die jetzt schon unser Leben beeinflusst und überall auf der Welt Opfer fordert. Das “Weiter so” der Regierung nimmt in Kauf, dass meine Zukunft und die aller jungen Menschen und zukünftigen Generationen von Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen geprägt sein wird.

 

Vor diesem Hintergrund ist mein Handeln moralisch richtig. Während das Gericht nicht über Moral entscheiden kann, sollte es zu dem Schluss kommen, dass es viele Argumente für Rechtfertigung gibt und diese bitte auch ansehen.

 

Das Gericht hat eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sich mit der Sache selbst - dem Klimanotfall - auseinanderzusetzen. Als eine der Gewalten des Staates, hat die Judikative die Aufgabe, legislatives und exekutives Handeln (unser Parlament und die Regierung) auf das Einhalten der Grundrechte/Menschenrechte zu kontrollieren. Der aktuelle Kurs der Regierung bedroht unser Leben und unsere Lebensgrundlagen. Das Gericht muss dies anerkennen und den zivilen Widerstand dagegen als richtig und durch den Klimanotstand gerechtfertigt freisprechen.

 

Ich verstehe nicht, warum Umweltschützer im selben oder sogar im größeren Maße wie

Umweltsünder bestraft werden."

 

Hier die Statements von Luca und von Sarah.

 

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